Vorrang für Zivil – aber wie? Staatliche Krisenpolitik und die Strategiefähigkeit der deutschen Zivilgesellschaft

Tagung der Evangelischen Akademie Loccum
Veranstaltungstyp: 
Fachtagungen und Konferenzen

Die Diskussionen um den dritten Umsetzungsbericht zum Aktionsplan Zivile Krisenpraevention machen es deutlich: zivile Krisenpraevention ist in den Absichtserklärungen von Politik, Militär und Zivilgesellschaft fest verankert, aber es hapert bei ihrer Umsetzung. Das ist nicht nur eine Frage politischen Willens und Ressortdenkens auf Staatsseite, sondern möglicherweise auch Folge mangelnder Kapazitäten, fehlender Strategiefähigkeit und Uneinigkeit über die Zusammenarbeit mit dem Staat auf der Seite zivilgesellschaftlicher Akteure.

Im Blick auf staatliche Krisenpolitik wird von vielen gefordert, die Beliebigkeit staatlicher Informations- und Expertiseabfrage einzudämmen und dadurch die inhaltlich-argumentative Grundlage von Entscheidungsprozessen zu verbessern. Das erfordert eine starke Zivilgesellschaft, um die staatliche Strategiebildung zu unterstützen und kritisch zu begleiten. Jedoch scheuen sich Nichtregierungsorganisationen oft, ihre eigenen Ziele und Interessen zu benennen und ihre eigenen Positionierungen in Zieldebatten einzubringen. Diese mangelnde Gestaltungsmacht scheint in nicht unerheblichem Umfang an fehlender Einigkeit innerhalb der Zivilgesellschaft zu liegen. Hier sind besonders Differenzen zwischen den Entwicklungsorganisationen in der Friedensarbeit einerseits und der Friedensbewegung andererseits problematisch.

 

Es ist dringend zu klären, welchen Beitrag „die Zivilgesellschaft“ zu staatlicher Krisenpolitik leisten kann. Wie lassen sich die Aktivitäten, Kapazitäten und Kompetenzen zivilgesellschaftlicher Akteure vernetzen, bündeln und gezielt in den politischen Prozess einbringen? Wie wirken in der Friedensarbeit operativ tätige Organisationen mit solchen zusammen, die sich der Advocacy-Arbeit verschrieben haben? Wie wird innerhalb der Zivilgesellschaft Strategie gebildet?

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PDF icon Programm und Anmeldeformular.pdf368.66 KB
Referenten: 
Dr. Heinemann-Grüder, Akademie für Konflikttransformation; Natascha Zupan, FriEnt; Barbara Lochbihler, MdEP/ Die Grünen; Dr. Ute Finckh-Krämer, Bund für Soziale Verteidigung; Susanne Baumann, Crisis Action; Hans-Jörg Friedrich, Weltfriedensdienst; Silke Tesmer, Peace direct e.V.; Tobias Kahler, One Deutschland; Robert Lindner, Oxfam
Referenten: 
Förderhinweise
Gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung
Termin
von: 
Freitag, 4. November 2011 - 15:00
bis: 
Sonntag, 6. November 2011 - 13:00
Kosten: 
160 € / erm. 80 €
Anmeldekontakt: 
Anmeldeformular oder im Internet