Uranabbau in der DR Kongo

Ein lukratives Geschäft für Europäische Konzerne. Vorstellung einer Studie des Ökumenischen Netzs Zentralafrika

Seit dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima ist auch in Europa die Debatte um die Sicherheit der Nutzung von Kernenergie wieder erstarkt und hat u.a. dazu geführt, dass die deutsche Bundesregierung die Zeitspanne des Atomausstiegs wieder verkürzt hat. In der Diskussion um die Risiken der Nutzung von Atomkraft und der Endlagerung von nuklearem Abfall fehlt die Debatte über die Bedingungen, unter denen radioaktives Material abgebaut wird. Uran stammt oft aus den ärmsten Staaten der Welt, und ebenso oft wird es ohne elementare Schutzmaßnahmen für die Umwelt und Bevölkerung in der Region gewonnen. In der DR Kongo wird schon seit über 50 Jahren Uran abgebaut. Große Teile des Materials wurden illegal exportiert und in Kernreaktoren, aber auch im Waffenbau verwendet. Der französische Stromkonzern AREVA hat 2010 einen geheimen Vertrag mit der kongolesischen Regierung abgeschlossen, der ihm die alleinigen Abbaurechte an kongolesischem Uran zusichert. Dabei hat AREVA bereits einen zweifelhaften Ruf in Niger erworben, wo Arbeiter ohne ausreichende Schutzmaßnahmen Uran abgebaut haben und die Umwelt massiv durch Strahlen belastet wurde. Der deutsche Siemens-Konzern war bis April 2011 in dieses Geschäft eingebunden und hat erst jetzt, unter dem Eindruck der Debatte um Kernenergie, die Partnerschaft mit AREVA gekündigt.

 

Das ÖNZ stellt nun eine Studie zum Uranabbau in der DR Kongo vor: "Uranium mining in the DR Congo - A radiant business for European nuclear companies?"

 

Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt, Herr Misabiko wird Englisch sprechen.

Veranstalter: 
Ökumenisches Netz Zentralafrika
Referenten: 
Ute Koczy, MdB, Bündnis 90 / Die Grünen, Golden Misabiko, Mitglied der Menschenrechtsgruppe ASADHO, DR Kongo, Friedel Hütz-Adams, SÜDWIND, Frank Uhe, IPPNW, Ärzte gegen den Atomkrieg, Moderation: Ilona Auer-Frege, ÖNZ
Veranstaltungsort
Name: 
Katholische Akademie
Straße: 
Hannoversche Straße 5b
Ort: 
Berlin Mitte
Termin
von: 
Dienstag, 28. Juni 2011 - 9:30
bis: 
Dienstag, 28. Juni 2011 - 12:00
Anmeldekontakt: 
office@oenz.de