Die psychosoziale Konfliktanalyse – ein Evaluations- und Selbstevaluationsinstrument

Workshop an der Freien Universität Berlin
Veranstaltungstyp: 
Fortbildungen und Trainings

Jede Fachkaft der Internationalen Zusammenarbeit (IZ) kennt die Schlagwörter „Do No Harm“ und „psychosozial“. In Deutschland sind diese Begriffe in der Evaluation unbekannt. Sie stellen zentrale Schlüsselkompetenzen dar, um im Konflikt eine selbstkritische und reflektierte Position einzunehmen und im Umgang mit der Konfliktdynamik handlungsfähig zu bleiben. „Do No Harm“ ist gezielt für die Internationale Zusammenarbeit als Analyseinstrument entwickelt worden, um das Verhältnis zwischen den Interventionen des Projekts und seines Kontextes zu untersuchen. Psychosoziale Aspekte hingegen entwickelten sich insbesondere im Setting sozial‐therapeutischer Beratungsarbeit und beleuchten die Interaktionen zwischen den Menschen und ihren Befindlichkeiten. In den Fortbildungsangeboten der IZ sind kurze Einführungsworkshops zu „Do No Harm“, zu Selbstschutzmechanismen und „Burn out“ inzwischen Standard. Die Anwendung von „Do No Harm“ und die Übertragung von psychosozialen Überlegungen auf die Bedingungen vor Ort bleiben den MitarbeiterInnen oft selbst überlassen. Hierbei stehen beide Ansätze oftmals ungenutzt nebeneinander, obwohl sie sich trotz ihrer verschiedenen Ursprünge gut ergänzen. Beide gehen sie davon aus, dass im Konflikt implizite Botschaften verhandelt werden und man das Verhalten aller Beteiligten, auch das eigene, verstehen muss, um im Konflikt etwas verändern zu können.

 

Das „Office for Psychosocial Issues“ (OPSI) hat eine Überarbeitung und Durchdringung der beiden Ansätze vorgenommen. Der Workshop vermittelt den TeilnehmerInnen qualifizierte Kenntnisse des neuen Instrumentes und erleichtert damit die Projektbegleitung und das Wirkungsmonitoring mit konfliktsensitiven und psychosozialen Perspektiven. Er wendet sich an Fachkräfte im In‐ und Ausland, die mit Konflikten zu tun haben und in und mit Projektteams arbeiten.
 

Referenten: 
Kathrin Groninger, Psychologin, angehende Psychotherapeutin und Friedensfachkraft und Claudia Luzar, Politikwissenschaftlerin und Doktorandin zur Übertragung und Erweiterung von „Do No Harm“ auf Konflikte in der deutschen Einwanderungsgesellschaft sind beide Mitglieder des OPSI
Veranstaltungsort
Name: 
Internationale Akademie (INA) an der Freien Universität Berlin (FU)
Termin
von: 
Dienstag, 29. November 2011 - 9:00
bis: 
Mittwoch, 30. November 2011 - 17:00
Kosten: 
220 EUR
Anmeldekontakt: 
Kathrin Groninger (groninger@ina-fu.org), Claudia Luzar (luzar@ina-fu.org), Tel.: +49-30-838-53677