„In der noch nicht erlösten Welt … für Recht und Frieden... zu sorgen“. Frieden, Gerechtigkeit, Recht und staatliche Gewalt im Kontext von Just Policing

Tagung an der Evangelischen Akademie Villigst

Die Präambel der UN-Charta aus dem Jahr 1945 nennt den Krieg eine Geißel der Menschheit, die es zu überwinden gelte.  Die Weltversammlung der Kirchen erklärte im Jahr 1948 den Krieg als unvereinbar mit Gottes Willen. Die  friedensethische  Grundposition der  Evangelischen Kirche in Deutschland wie auch die ökumenische Bewegung heute richten sich aus am  Leitbild des gerechten  Friedens. Angesichts der aktuellen  Beispiele  für  die  Entgrenzung  von  Gewalt und staatlicher Ordnung in den internationalen Beziehungen stellen sich die Fragen nach der Legitimität der Anwendung von militärischer Gewalt zur Rechtserhaltung ganz neu.

 

„Die Schrift sagt uns, dass der Staat nach göttlicher Anordnung die Aufgabe hat, in der noch nicht erlösten Welt, in der auch die Kirche steht, nach dem Maß menschlicher  Einsicht  und  menschlichen  Vermögens unter Androhung und Ausübung von Gewalt für Recht und Frieden zu sorgen.“ So formulierte die Bekenntnissynode von Barmen im Jahr 1934 in ihrer 5. These.
Gewiss  haben  die  Synodalen  damals  die  militärische und kriegerische Gewalt zu dem legitimierten staatlichen Gewaltpotential gerechnet. Die Tagung nimmt das friedensethische Dilemma zwischen  Interventionsverbot  und  Schutzgebot  auf  und fragt nach dem „Maß menschlicher Einsicht und menschlichen Vermögens“ heute: Wie ist staatliche Gewalt zu
organisieren, wenn sie für Recht und Frieden sorgen, jedoch auch der Ächtung des Krieges entsprechen soll? Welche Optionen zur Konfliktbewältigung bietet eine internationale Polizei als Alternative zum klassischen Militär? Kann die Konzeption von Just Policing einen zukünftigen Weg aufzeigen, wenn es darum geht, Terror,  Völkermord  und  anderen  Verbrechen  gegen  die Menschlichkeit zu widerstehen? Die Tagung lädt auch ein, das friedensethische Gespräch mit Mitgliedern der
Kammer  für  Öffentliche  Verantwortung  der  EKD  zu führen.

 

Tagungsprogramm

Online-Anmeldung

Referenten: 
Prof. Dr. Marco Hofheinz, Institut für Theologie und Religionswissenschaft, Universität Hannover; Dr. Ute Finckh-Krämer, MdB SPD, Obfrau im Unterausschuss Zivile Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und vernetztes Handeln, Berlin; Tobias Pietz, Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF), Berlin u.a.
Termin
von: 
Dienstag, 20. Januar 2015 - 16:00
bis: 
Mittwoch, 21. Januar 2015 - 16:30
Kosten: 
70,00 € (inkl. Vollpension)
Anmeldekontakt: 
Ulrike Pietsch, Tel.: 02304 / 755-325, E-mail: ulrike.pietsch(at)kircheundgesellschaft.de