50 Jahre Élysée Verträge - Deutsch-Französisches Friedensseminar

Veranstaltung von IALANA in Berlin
Veranstaltungstyp: 
Sonstige

Am 21.und 22.01.2013 gedenken der Deutsche Bundestag und die Französische Nationalversammlung in gemeinsamen Veranstaltungen u.a. im Bundestag in Berlin dem 50. Jahrestag der Unterzeichnung der Élysée Verträge, die mit die Grundlage für die deutsch französische Freundschaft in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts legten. 50 Jahre danach soll diese Freundschaft und der Frieden zwischen den Nationen feierlich begangen werden. Es ist auch eine Freundschaft der Staaten und Regierungen, aber zuerst wurde es nach Jahrhunderten des Hasses und der Kriege eine Freundschaft der Völker. Frieden und Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich ist eine historische Errungenschaft.

 

Es bleiben aber Fragen, offene Punkte, friedensgefährdende Entwicklungen, die nicht vergessen oder untergehen dürfen auf beiden Seiten. Frieden zwischen Deutschland und Frankreich heißt nicht, dass Deutschland und Frankreich keine Kriege mehr führen! Gerade angesichts der tiefen zivilisatorischen europäischen Krise und der Kriege in die Europa und auch Deutschland und Frankreich verwickelt sind, müssen historische Entwicklungen und aktuelle Herausforderungen, wie die Kriege der beiden Länder und Europas thematisiert werden. Historisch ist in Deutschland die Rolle der Resistance im Kampf gegen den barbarischen deutschen Faschismus nicht aufgearbeitet worden, der Widerstandskampf des französischen Volkes (unter Beteiligung vereinzelter Deutscher) gegen Besatzung und Terror ist unterbelichtet. Die Verantwortung Deutschlands für zwei Weltkriege darf gerade 50 Jahre nach diesen Verträgen nie vergessen werden. Frankreichs Verbrechen im Kampf gegen die Befreiung und Unabhängigkeit Algeriens und im Indochina-Krieg dürfen nicht verdrängt werden, ebenso wie seine militärischen Interventionen in Afrika. Es waren die Friedensbewegungen beider Länder - verfolgt und diskreditiert von ihren Regierungen - die für Frieden und Freiheit eintraten.

 

Aktuell steht dem Frieden und der Abrüstung die europäische Militarisierung entgegen, wie sie im Lissabon-Vertrag festgelegt ist. Die weltweite Interventionspolitik der Europäischen Union, u.a. in Afghanistan bedeutet Krieg, Leid und Zerstörung in vielen Teilen der Welt. Frankreich ist nach wie vor Atommacht, Deutschland betreibt völkerrechtswidrig eine Politik der nuklearen Teilhabe. Die Lehren aus den beiden Weltkriegen ?nie wieder Krieg? wurden in den Regierungspolitiken in Deutschland und Frankreich nicht gezogen. Und nicht vergessen: die neoliberale Politik der Regierungen beiderseits des Rheins missachtet täglich grundlegende Menschenrechte in beiden Ländern und weltweit. Das Vergessene und Verschwiegene thematisieren, gegen verbrämende Festlichkeit ist das Ziel unserer Veranstaltung.

 

Deshalb laden Organisationen aus der deutschen und französischen  Friedensbewegung ein zum deutsch-französischen Friedensseminar. Erstmals seit vielen Jahren wollen wir einen gemeinsamen Austausch von Informationen und Erfahrungen vornehmen, gemeinsame Überlegungen und Aktionen für die Zukunft planen und überlegen, wie wir das Jahr 2014, den 100. Jahrestages des Beginns des 1. Weltkrieges, gemeinsam vorbereiten können. Die Veranstaltung ist auch ein Protest gegen die offiziellen Feierlichkeiten. Frieden, Völkerfreundschaft, Abrüstung und zivile Konfliktlösungen sollen im Mittelpunkt aller Überlegungen stehen.

 

Arbeitssprache ist Englisch. Übersetzung ins Deutsche und Französische wird angeboten.

Veranstalter: 
International Network No to War – No to NATO Supported by Mouvement de la Paix (France), Collectif OTAN-Afghanistan - Non à la guerre – Non à l'OTAN (France) and Kooperation für den Frieden (Germany)
Veranstaltungsort
Name: 
IALANA
Straße: 
Marienstraße 19/20
Ort: 
10117 Berlin
Termin
von: 
Samstag, 19. Januar 2013 - 13:00
bis: 
Sonntag, 20. Januar 2013 - 13:30
Kosten: 
10 Euro