Friedensfilmpreis 2014 für "We Come As Friends"

Überraschende Einblicke in den Sudankonflikt auf den Internationalen Filmfestspielen ausgezeichnet

Am 16. Februar 2014 wurde im Babylon in Berlin-Mitte der 29. Friedensfilmpreis an "We Come As Friends" des österreichischen Filmemacher Hubert Sauper verliehen . Als fester Bestandteil der Internationalen Filmfestspiele Berlin prämiert der unabhängige Friedensfilmpreis jährlich Filme, die durch eine eindringliche Friedensbotschaft und ästhetische Umsetzung des Filmthemas überzeugen.

 

Der österreichische Filmemacher Hubert Sauper fliegt mit einem selbstgebauten Kleinflugzeug nach Afrika, ins Epizentrum eines Konfliktes: in den Sudan. Bei jeder seiner vielen Landungen begegnet er Menschen, die Akteure in einer für den Kontinent exemplarischen Situation sind. Was zunächst interventionistisch erscheint wird zu einem wichtigen künstlerischen Mittel, das überraschende Einblicke gewährt. Alle sind Aliens: der amerikanische, evangelikale Pastor, die chinesischen Ölproduzenten und der Filmemacher selbst. Sie treffen auf lokale Eliten die auf ausländische Investitionen hoffen. Und auf Sudanesen die unter teils erschreckenden Bedingungen leben. Der Detailreichtum des Films macht neugierig, auch weil der Film zeigt, dass die Fehler der kolonialen Vergangenheit wiederholt werden. Er kommt genau zum richtigen Zeitpunkt, an dem Afrika von der deutschen Außen-und Sicherheitspolitik wieder entdeckt wird. Die „Freiheit“ wird bald nicht mehr nur am Hindukusch verteidigt, sondern auch jenseits der Sahara. Und damit auch der Zugang zu Rohstoffen: „We Come As Friends“.

 

Die Friedensfilmpreis-Jury 2014
Claudia Gehre (Jurysprecherin), Andreas Altenhof, Helgard Gammert, Elias Gottstein, Michael Kotschi, Till Passow, Katrin Schlösser, Marianne Wündrich-Brosien, Martin Zint

 

Der Friedensfilmpreis ist weltweit der einzige Friedenspreis, der auf einem A-Filmfestival verliehen wird. Im UNO-Jahr des Friedens 1986 wurde der Preis erstmalig gestiftet. Seitdem wird jährlich ein Film aus dem Berlinale-Programm mit dem Friedensfilmpreis gewürdigt, der mit 5.000 Euro dotiert ist und in Form einer Bronzeplastik des Künstlers Otmar Alt überreicht wird.

Die Auszeichnung erhalten Filme, die durch ihren humanistischen, sozialpolitischen sowie friedensfördernden Hintergrund bestechen. In einem zehntägigen cineastischen Marathon schauen sich die Jurymitglieder Filme aus allen Sektionen des Berlinale-Wettbewerbs an. Dabei werden bis zu 40 Werke, vom Drama bis hin zum Kinderfilm, hinsichtlich ihres friedenspolitischen Inhalts sowie ihrer ästhetischen Umsetzung beurteilt.

„Friedensfilme zeigen in großer inhaltlicher und künstlerischer Bandbreite die Probleme dieser Welt“ betont der Trägerkreis des Friedensfilmpreises. Politische Krisen, soziale Konflikte und menschliche Tragödien prägen seit jeher das Miteinander auf dieser Welt. Gegenwärtig ist nicht abzusehen, dass sich daran etwas ändert. Immer wieder gelingt es jedoch Filmemachern, mit bewegenden Geschichten und der erzählerischen Kraft von Bildern diese Probleme aufzunehmen und das Publikum dafür zu sensibilisieren.

 

Der Friedensfilmpreis steht unter Schirmherrschaft der IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs / Ärzte in sozialer Verantwortung). Er wird getragen von der Friedensinitiative Zehlendorf, der Heinrich-Böll-Stiftung und der IPPNW.

 

Detaillierte Informationen zum Preis und zur Jury unter www.friedensfilm.de