Call for Contributions: Radikalisierung und kollektive Gewalt

Fristverlängerung bis 01. August 2019

Für die 6. Junge Konferenz der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (Junge AFK) vom 11.-12. März 2020 in Villigst können bis zum 01. August kurze Abstracts zu der Thematik "Radikalisierung und kollektive Gewalt" eingereicht werden.

Radikalisierung ist ein ebenso breiter wie normativ bewerteter und umstrittener Begriff in der Friedens- und Konfliktforschung. Besonders im Zusammenhang mit kollektiver Gewalt und deren (Nicht-)Anwendung bestehen Unklarheiten. Dabei kann Radikalisierung auf einer einstellungsorientierten Ebene den Entwicklungsprozess von extremen Überzeugungsstrukturen bis hin zu Ideologien beschreiben. Ein weiteres Verständnis von Radikalisierung bezeichnet zunächst den Prozess einer abnehmenden Akzeptanz der bestehenden Ordnung, der unter Umständen mit einer entsprechenden Handlungsbereitschaft verbunden ist.

Modelle zur Beschreibung von Radikalisierungsprozessen und deren Zusammenhang mit kollektiver Gewalt sowie Maßnahmen zu deren Prävention beziehen sich weitestgehend auf den individuellen Bereich. Kritiker*innen beklagen daher ein Empirie- und Handlungsdefizit bei der Aufarbeitung von Ursachen kollektiver Gewaltanwendungen auf sowohl einer mikro (intrapersonalen), meso (interpersonalen) als auch makro (Gesellschafts- und Gruppen) Ebene.

Mögliche Beiträge können sich mit folgenden Themengebieten und Fragen beschäftigen, sich aber auch anderen Themen widmen:
- Inwiefern führen gesellschaftliche Konfliktdynamiken zu Radikalisierungsprozessen und wie wirken sie auf die Gesellschaft zurück?
- Wie unterscheiden sich "Jugendformen" kollektiver Gewalt von bspw. situativen Bedingungen zur plötzlichen Entstehung kollektiver Gewalt?
- Welche theoretischen (aber auch empirischen) Ansätze eignen sich für eine Analyse kollektiver Gewalt?
- Aus welcher Perspektive heraus soll sich die Friedens- und Konfliktforschung mit den Themen beschäftigen? (z.B. Politikwissenschaften, Ethnologie, Psychologie)
- Welche Formen kollektiver Gewalt liegen (neo-)liberalen Gesellschaften zugrunde?
- Wie werden Radikalisierung und kollektive Gewalt (diskursiv) legitimiert?

Der Call richtet an den wissenschaftlichen Nachwuchs und möchte Studierende, Promovierende und erfahrene Forscher*innen sowie Praktiker*innen. Vor allem NachwuchsforscherInnen sollen ermutigt werden, sich im Format der wissenschaftlichen Tagung auszuprobieren.

Die Junge AFK strebt eine Drittmittelfinanzierung an, um die Fahrtkosten und Tagungskosten für Vortragende und Diskutant*innen übernehmen zu können. Bei Bedarf bemüht sich die Junge AFK auch um die Bereitstellung einer Kinderbetreuung.

Abstracts bzw. didaktische Ideenskizzen in deutscher oder englischer Sprache im Umfang von max. 500 Wörtern sowie Hinweise auf benötigte Materialien/Technik und einen kurzen CV sendet ihr/Sie bitte bis zum 01.08.2019 an junge-afk [at] web.de. Nach der Annahme soll ein „extended abstract“ eingereicht werden (700-1100 Wörter).