Religion, Krieg und Frieden

TitleReligion, Krieg und Frieden
Publication TypeBook
Subtitle / Series TitleAusgabe der Friedens-Warte (November 2007)
Available

Die Friedens-Warte

Year of Publication2007
AuthorsN.N.
VolumeAusgabe 82 (2007) Heft 2-3
Number of Pages200 S.
Accession Number954
Abstract

In vielen Gewaltkonflikten der Gegenwart heizen religiöse Differenzen politische Konflikte an. Auf Sri Lanka bekämpfen sich buddhistische Singhalesen und hinduistische Tamilen. Den anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und Schiiten im Irak fallen täglich Menschen zum Opfer. Eine dauerhafte Befriedung des Israelisch - Palästinensischen Konflikts scheint noch immer in weiter Ferne. Schon diese kurze Aufzählung verdeutlicht, dass es ein wichtiges Ziel von Friedensforschung und Friedenspolitik sein muss, nach geeigneten Mitteln zu suchen, um das Eskalationspotential religiöser Traditionen zu kontrollieren.
Der einleitende Artikel skizziert die Befunde der empirischen Forschung zur Rolle religiöser Traditionen in innerstaatlichen Konflikten und diskutiert formale Merkmale von Glaubensgemeinschaften, welche die Instrumentalisierung religiöser Traditionen fördern oder behindern können. Vor diesem allgemeinen Hintergrund setzen sich die folgenden Artikel mit dem Gewalt und Friedenspotenzial der Weltreligionen Christentum, Islam, Judentum, Hinduismus und Buddhismus auseinander. Andrea Bartoli geht zunächst auf die Bedeutung von Vergebung und Versöhnung in der christlichen Tradition ein und legt dar, wie historisches Lernen Faktoren befördert hat, die heute eine entscheidende Rolle für friedensförderndes Engagement im Christentum spielen. Juan Cole beschreibt in seinem Beitrag das Engagement des schiitischen Großayatollah al-Sistani im heutigen Irak und diskutiert die Gründe seines schwindenden Einflusses unter den Gläubigen. Auch Michael Hörter analysiert die Voraussetzungen für friedensförderndes Engagement im Islam. In einer vergleichenden Studie untersucht er die Bedeutung inklusiver und exklusiver Heilsverständnisse für die Gewaltanfälligkeit von Glaubensgemeinschaften. Mit Blick auf den Buddhismus untersucht Mirjam Weiberg-Salzmann die Gründe für den Bürgerkrieg auf Sri Lanka aus einer systemtheoretischen Perspektive und beschreibt, welche Rolle die Beziehung zwischen den Subsystemen Politik und Religion für die dauerhaften Auseinandersetzungen zwischen Singhalesen und Tamilen spielt. Auf Basis von Erkenntnissen der Politikwissenschaft, der Philosophie und der Sozialpsychologie entwickeln Ben Mollov, Ephraim Meir und Chaim Lavie für Palästina Elemente einer integrierten Peace Building Strategie aus jüdischer Perspektive. Stephan Schlensog schließlich betrachtet die historische Entwicklung und heutige Bedeutung des politischen Hinduismus für das multiethnische und multireligiöse Indien. Abschließend analysiert Thomas Scheffler die Chancen und Grenzen des heute vielerorts geforderten interreligiösen Dialogs.
Die Beiträge dieses Bandes sind überarbeitete Versionen von Papieren, die im September 2007 auf dem internationalen Workshop \"Resisting the Instrumentalization of Religious Traditions in Political Conflicts and Promoting their Peacemaking Potential\" an der Universität Tübingen präsentiert und diskutiert worden sind.

URLhttp://www.friedens-warte.de/contenido/cms2/front_content.php?idcat=87
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