CIMIC am Beispiel des ISAF-Einsatzes

TitelCIMIC am Beispiel des ISAF-Einsatzes
Typ der PublikationBook
Untertitel / SerientitelKonzeption, Umsetzung und Weiterentwicklung zivil-militärischer Interaktion im Auslandseinsatz
Publikationsjahr2008
AutorInnenPaul, M
BandSWP-Studien
Anzahl Seiten30 S.
VerlagStiftung Wissenschaft und Politik (SWP)
ISBN-NummerISSN 1611-6372
UID1181
Kurztext

(Der folgende Text wurde der Einführung entnommen:)
Zielsetzung der Konzeption zivil-militärischer Zusammenarbeit (Civil-Military Co-operation, CIMIC) in Bundeswehr und Nato ist es, die Erfüllung des militärischen Auftrags zu unterstützen. Bei Stabilisierungseinsätzen besteht dieser wesentlich darin, ein sicheres und stabiles Umfeld für den Wiederaufbau in einer Nachkriegsgesellschaft zu schaffen. Diesem Zweck dienen die drei Kernfunktionen von CIMIC: erstens die Gestaltung zivil-militärischer Beziehungen; zweitens die Unterstützung ziviler Stellen und Akteure, die darauf abzielt, die Akzeptanz der Streitkräfte und somit ihren Schutz zu erhöhen; und drittens die Unterstützung der Streitkräfte - d.h. durch ein ziviles Lagebild zur Beratung des militärischen Führungspersonals und zu deren Entscheidungsfindung beizutragen.
Als integraler Bestandteil der militärischen Operationsplanung hat CIMIC wenig zu tun mit humanitärer Hilfe oder Entwicklungshilfe. Eine immanente Ambivalenz besteht darin, dass CIMIC einerseits ein Instrument des Kommandeurs zur Erfüllung des militärischen Auftrags ist, andererseits Hilfs- und Aufbauleistungen häufig als originärer Beitrag der Streitkräfte dargestellt (und kritisiert) werden. Ein weiteres Spannungsfeld resultiert daraus, dass CIMIC als operativ-taktische Maßnahme des Eigenschutzes nützlich und legitim ist, die zentrale Aufgabe der Streitkräfte hingegen darin besteht, zur Schaffung eines sicheren Umfelds beizutragen. Der notwendige Selbstschutz gerät bei einer sich verschlechternden Sicherheitslage wie in Afghanistan zwangsläufig in Konkurrenz zur Sicherheitsherstellung.
Im Ergebnis ist festzuhalten, dass CIMIC mit den Aufgaben der Verbindungsarbeit, der Unterstützung von Aufbaufortschritten sowie der Erstellung ziviler Lagebilder für Stabilisierungseinsätze an operativer Bedeutung gewonnen hat. Doch ohne einen hinlänglichen Streitkräfteansatz bleibt auch CIMIC nur Stückwerk. Die Studie empfiehlt verschiedene Maßnahmen, mit denen sich die Wirksamkeit der zivil-militärischen Zusammenarbeit erhöhen ließe.

URLhttp://swp-berlin.org/common/get_document.php?asset_id=5428
Vollständiger Text